← Wissen & Ratgeber
NEXISPOWER WISSEN

PV-Förderung Österreich 2026: Letzter EAG-Fördercall gestartet – was jetzt wichtig ist

NexisPower GmbH – Redaktion 09.10.2026 ca. 6 Min. Lesezeit Batteriespeicher

Der letzte EAG-PV-Fördercall 2026 läuft: 38,5 Mio. Euro, aktuelle Fördersätze für PV und Speicher, Fristen, Voraussetzungen und was sich 2027 ändern soll.

PV-Förderung Österreich 2026: Letzter EAG-Fördercall gestartet – was jetzt wichtig ist
KURZ ERKLÄRT Das Wichtigste in 30 Sekunden
PV-Größe

Verbrauch, Dach, Ausrichtung und zukünftige Verbraucher gemeinsam betrachten.

Speicher

Größer ist nicht automatisch besser. Regelmäßige Nutzung ist wichtiger als maximale Kapazität.

Simulation

Online-Rechner geben Orientierung – sie ersetzen keine technische Ausführungsplanung.

Freigabe

Netzanschluss, Schutztechnik, Statik und Systemkompatibilität müssen projektspezifisch geprüft werden.

INHALT

Der dritte und letzte EAG-Fördercall 2026 für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher ist gestartet. Seit Donnerstag, 8. Oktober 2026, können Förderwerber Projekte einreichen. Der Andrang war enorm: Nach Angaben des Bundesministeriums wurden bereits in den ersten zehn Minuten rund 43.300 Tickets gezogen.

Für Hausbesitzer, Betriebe und Projektwerber stellt sich damit sofort die Frage: Was wird aktuell gefördert, wie hoch sind die Zuschüsse – und was muss jetzt beachtet werden?

KURZÜBERBLICK – STAND 9. OKTOBER 2026

Der 3. EAG-Fördercall 2026 läuft vom 8. Oktober, 17:00 Uhr bis 22. Oktober 2026, 23:59 Uhr. Für diesen letzten Call im bisherigen System stehen insgesamt 38,5 Mio. Euro zur Verfügung.

Was wird im dritten Fördercall 2026 gefördert?

Gefördert werden nach der aktuellen EAG-Systematik neu errichtete oder erweiterte Photovoltaikanlagen sowie damit verbundene Stromspeicher.

Wichtig: Ein Stromspeicher kann 2026 nicht mehr als eigenständiges Projekt gefördert werden. Die Speicherförderung ist an einen Antrag für eine PV-Neuanlage oder PV-Erweiterung gebunden.

Wer also lediglich einen Speicher zu einer bestehenden Anlage nachrüsten möchte, ohne die PV-Anlage gleichzeitig zu erweitern, erhält über diesen Fördercall keine eigenständige Speicherförderung.

Wie hoch sind die Fördersätze?

Die Fördersätze des dritten Calls lauten:

Kategorie Anlagengröße Fördersatz
A bis 10 kWp 150 €/kWp
B über 10 bis 20 kWp 140 €/kWp
C über 20 bis 100 kWp max. 130 €/kWp
D über 100 kWp max. 120 €/kWp
Speicher in Verbindung mit PV 150 €/kWh

Bei den Kategorien C und D handelt es sich um höchstzulässige Fördersätze. Die tatsächliche Förderhöhe hängt vom jeweiligen Antrag und der Förderabwicklung ab.

Wie viel Speicher kann gefördert werden?

Bei Stromspeichern werden maximal 50 kWh Nettokapazität für die Förderung anerkannt. Der Speicher darf technisch größer ausgeführt werden – gefördert werden jedoch höchstens 50 kWh.

Zusätzlich gilt: Die eingereichte nutzbare Speicherkapazität muss mindestens 0,5 kWh pro kWp installierter Engpassleistung der zugehörigen Photovoltaikanlage betragen.

Beispiel: Bei einer PV-Anlage mit 10 kWp müsste für die Speicherförderung eine nutzbare Speicherkapazität von mindestens 5 kWh eingereicht werden.

43.300 Tickets in zehn Minuten – was bedeutet das?

Der dritte Fördercall startete am 8. Oktober um 17:00 Uhr. Laut Bundesministerium wurden bereits:

  • nach einer Minute rund 19.600 Tickets,
  • nach fünf Minuten rund 40.800 Tickets,
  • nach zehn Minuten rund 43.300 Tickets

gezogen.

Diese Zahlen zeigen vor allem eines: Das Interesse an Photovoltaik und Stromspeichern ist in Österreich weiterhin sehr hoch.

Wichtig ist aber die richtige Einordnung: Ein gezogenes Ticket ist noch keine Förderzusage. Die Zahl der Tickets ist außerdem nicht gleichbedeutend mit vollständig eingereichten oder positiv geprüften Förderanträgen.

WICHTIG

Eine Förderung sollte niemals die einzige Grundlage für die Entscheidung über eine PV-Anlage sein. Anlage, Speicher, Wechselrichter und Montage müssen wirtschaftlich und technisch auch unabhängig von einer möglichen Förderzusage sinnvoll geplant sein.

Kann man jetzt noch einen Antrag stellen?

Ja. Der dritte Fördercall läuft offiziell bis 22. Oktober 2026, 23:59 Uhr.

Seit 9. Oktober ist das EAG-Portal wieder zugänglich. Laut Ministerium können Förderwerber Anträge auch ohne vorherige Ticketziehung direkt im Portal eingeben.

Ob ein Antrag tatsächlich eine Förderzusage erhält, hängt von den geltenden Förderbedingungen, verfügbaren Mitteln, der korrekten Antragstellung und der Prüfung des Projekts ab.

Was sollte vor der Antragstellung geklärt sein?

Wer jetzt ein Projekt einreichen möchte, sollte nicht nur auf die Förderhöhe schauen. Mindestens diese Punkte sollten technisch geklärt sein:

  • geplante PV-Leistung in kWp,
  • geeignete Dachfläche beziehungsweise Aufstellfläche,
  • passender Wechselrichter,
  • Speichergröße und nutzbare Kapazität,
  • Kompatibilität zwischen Wechselrichter und Speicher,
  • möglicher Ersatzstrom- oder Backup-Betrieb,
  • Netzanschluss und Vorgaben des zuständigen Netzbetreibers,
  • Montagekonzept und Unterkonstruktion,
  • realistische Umsetzungskosten.

Gerade bei Speichern ist „mehr kWh“ nicht automatisch besser. Entscheidend ist, dass Speichergröße, Verbrauchsprofil, PV-Leistung und gewünschter Einsatzzweck zusammenpassen.

Mehr dazu erklären wir in unserem Ratgeber „Batteriespeicher richtig dimensionieren“.

Förderung oder gute Planung – was ist wichtiger?

Eine Förderung kann die Investitionskosten reduzieren. Sie macht aus einer falsch geplanten Anlage aber keine gute Anlage.

Bei NexisPower betrachten wir deshalb zuerst das Gesamtsystem:

  • Wie groß sollte die PV-Anlage tatsächlich sein?
  • Wie viel Strom wird tagsüber verbraucht?
  • Wie groß ist der Nachtverbrauch?
  • Gibt es Wärmepumpe oder Elektroauto?
  • Ist Ersatzstrom gewünscht?
  • Wie soll der Speicher später erweitert werden?

Erst wenn diese Punkte zusammenpassen, lässt sich beurteilen, welche Komponenten sinnvoll sind.

Hilfreiche Informationen finden Sie auch unter:

Was ändert sich ab 2027?

Der aktuelle Fördercall ist laut Bundesministerium der letzte Call im bisherigen Fördersystem.

Für 2027 wurde bereits eine Neuausrichtung angekündigt. Künftig sollen unter anderem Planungssicherheit, Speicher, intelligente Steuerung und die bessere Integration von PV-Strom in das Energiesystem stärker im Mittelpunkt stehen.

Das bisher bekannte „Klick-Wettrennen“, bei dem Fördermittel teilweise innerhalb kürzester Zeit gebunden waren, soll damit verändert werden.

Wie die endgültigen Förderbedingungen 2027 im Detail aussehen, sollte jedoch erst bewertet werden, wenn die rechtlichen und organisatorischen Vorgaben final veröffentlicht sind.

Soll man jetzt noch bauen – oder auf 2027 warten?

Eine pauschale Antwort wäre unseriös.

Ob sich ein Projekt jetzt lohnt, hängt unter anderem von folgenden Punkten ab:

  • aktuellen Anlagen- und Komponentenpreisen,
  • Eigenverbrauch und Stromkosten,
  • verfügbarer Dachfläche,
  • geplanter Speichergröße,
  • Finanzierung,
  • möglicher Förderung,
  • und dem geplanten Zeitpunkt der Umsetzung.

Wer ohnehin eine PV-Anlage plant, sollte deshalb nicht ausschließlich auf zukünftige Fördermodelle spekulieren. Eine sauber geplante Anlage erzeugt ihren wirtschaftlichen Nutzen in erster Linie durch selbst produzierten und sinnvoll genutzten Strom.

PV- oder Speicherprojekt geplant?

NexisPower unterstützt bei Systemauswahl, technischer Einordnung und auf Wunsch bei der kompletten Umsetzung. Wir prüfen gemeinsam, welche PV-Leistung, welcher Speicher und welcher Wechselrichter zu Ihrem Projekt passen.

PV-Projekt anfragen →
SystemCheck starten →
PV-Komplettanlagen ansehen →

Häufige Fragen zum EAG-Fördercall 2026

Kann ich am 9. Oktober noch einen Förderantrag stellen?

Ja. Der dritte Fördercall läuft bis 22. Oktober 2026, 23:59 Uhr. Ob eine Förderung tatsächlich zugesagt wird, hängt von den geltenden Bedingungen, der vollständigen Antragstellung, der Prüfung und den verfügbaren Mitteln ab.

Wird eine reine Speicher-Nachrüstung gefördert?

Über diesen Fördercall nicht als eigenständiges Speicherprojekt. Die Speicherförderung ist an eine PV-Neuanlage oder PV-Erweiterung gekoppelt.

Wie hoch ist die Förderung bei einer 10-kWp-Anlage?

Für Kategorie A beträgt der aktuelle Fördersatz 150 Euro pro kWp. Bei 10 kWp entspricht das rechnerisch bis zu 1.500 Euro Investitionszuschuss für die PV-Anlage, sofern alle Fördervoraussetzungen erfüllt sind. Eine Förderzusage kann daraus nicht abgeleitet werden.

Wie hoch ist die Speicherförderung?

Der aktuelle Fördersatz beträgt 150 Euro pro kWh förderfähiger Speicherkapazität. Es gelten die offiziellen Mindest- und Höchstgrenzen sowie die Kopplung an PV-Neuanlage oder Erweiterung.

Ist ein gezogenes Ticket bereits eine Förderzusage?

Nein. Ein Ticket beziehungsweise Antrag ersetzt keine positive Prüfung und ist keine verbindliche Förderzusage.

Sollte ich wegen 2027 mit meinem Projekt warten?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Für 2027 ist eine Neuausrichtung angekündigt, die endgültigen Bedingungen müssen aber erst final veröffentlicht werden. Wer ohnehin ein wirtschaftlich sinnvolles Projekt plant, sollte deshalb nicht ausschließlich auf eine noch nicht endgültig feststehende Förderung spekulieren.

Fazit

Der dritte EAG-Fördercall 2026 zeigt erneut, wie hoch das Interesse an Photovoltaik und Speichern in Österreich ist. Mit 38,5 Mio. Euro stehen für den letzten Call im bisherigen System deutlich mehr Mittel zur Verfügung als ursprünglich vorgesehen.

Für Kunden sind aber drei Punkte besonders wichtig:

  1. Der Call läuft noch bis 22. Oktober 2026.
  2. Ein Ticket oder Antrag ist noch keine Förderzusage.
  3. Die technische Qualität des Projekts sollte wichtiger sein als die Förderung allein.

Eine gute PV-Anlage sollte auch dann sinnvoll dimensioniert sein, wenn eine Förderung geringer ausfällt als erwartet oder nicht gewährt wird.

Quellen & offizielle Informationen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Förder-, Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung dar. Förderbedingungen können sich ändern. Maßgeblich sind ausschließlich die jeweils aktuellen offiziellen Unterlagen der zuständigen Förderstellen.

Verfasst durch: NexisPower GmbH – Redaktion
Stand: 9. Oktober 2026

REDAKTIONELLER STANDARD Fachlich erklärt. Quellen genannt. Grenzen klar gekennzeichnet.

Unsere Fachartikel dienen der Orientierung. Verbindliche technische Aussagen treffen wir erst nach Prüfung des konkreten Projekts.

Projekt technisch prüfen lassen →
NEXISPOWER PROJEKT

Aus Wissen wird ein passendes System.

Bedarf simulieren, Komponenten prüfen oder ein komplettes PV-Projekt mit NexisPower umsetzen.